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Weltweite Erzeugungskapazitäten: Nach Windkraft übertrifft auch Photovoltaik die Atomkraft

Feb

12

2018

Nach Erhebungen lagen die installierten Erzeugungskapazitäten der Photovoltaik-Anlagen weltweit zum Jahresende 2017 bei rund 400 Gigawatt. Damit überholte die Photovoltaik die Atomkraft, die im vergangenen Jahr erneut stagnierte.

Die jüngsten Auswertungen zeigen, dass die Photovoltaik zum Jahresende 2017 die Atomkraft nach weltweit installierten Kapazitäten ein- und überholt hat. Noch stehen die genauen Zubauzahlen bei der Photovoltaik nicht fest, aber Analysten verschiedener Institute schätzen sie um die 100 Gigawatt für das vergangene Jahr. Damit stieg die Gesamtleistung der global installierten Photovoltaik-Anlagen auf etwa 400 Gigawatt, wie Raimund Kamm vom Vorstand des Forums „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.“ ausgewertet hat. Dagegen sind nach seiner Analyse der IAEA-Zahlen die Atomkraft-Kapazitäten nur um 0,3 auf 391 Gigawatt angewachsen. Nach seinen Recherchen waren 448 AKW zum Jahresende in Betrieb.

Die Windkraft hatte die Atomkraft bei der installierten Leistung bereits im Laufe des Jahres 2015 überholt. Seit dem Jahr ist der Zubau bei der Windkraft weltweit allerdings etwa rückläufig. 2017 sind mit rund 50 Gigawatt wahrscheinlich nur halb soviel Kapazitäten bei Windparks wie bei Photovoltaik-Anlagen neu installiert worden. Bis zum Jahresende 2017 gibt Kamm die installierte Windkraft-Leistung mit 537 Gigawatt global an.

2000 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Atom +1,7 +2,7 +3,6 7,4 +1,6 -1,4 +4,1 +5,5 +7,4 +0,3 Bestand1 350 368 375 369** 373 372 376 383 390 391 Solar 0,3 1,5 15,3 30 32 40 38 57 75 >100* Bestand 1,1 5,2 38 68 100 140 177 228 303 >400* Wind 3,8 11,5 39 41 45 36 52 63 55 50* Bestand 17,4 59 198 238 283 318 370 433 487 537* Tabelle von Raimund Kamm, erstellt aus Bais folgender Quellen: IAEA, GWEC, WWEA, RENEWABLES 2017 GLOBAL STATUS REPORT 
1Summenabweichungen durch Änderungen des Betriebsstatus, Angabe jeweils Jahresende
*geschätzt, **darin (auch in den Folgejahren) rd.30 Gigawatt, die in Japan seit 2011 abgeschaltet sind. Nur wenige hiervon werden voraussichtlich wieder in Betrieb gehen.

Der Trend ist für ihn eindeutig. Die Photovoltaik und Windkraft wachsen kräftig weiter. Atomkraft stagniert. Auch Kamm ist bewusst, dass die Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen deutlich unter jener der AKWs liegt. Er gibt etwa das Verhältnis eins zu sieben an. Zugleich zeigten aber auch die Daten, dass insgesamt weniger Atomstrom erzeugt werden als etwa 2010, wohl es im Vergleich mehr AKW gebe. Doch gerade in Japan stünden viele Kraftwerke still und auch in Deutschland werden die Meiler sukzessive vom Netz genommen.

Angesichts des internationalen Trends zum Bau neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen fordert Kamm auch hierzulande, mehr für die Energiewende zu tun. „Doch in Deutschland, wo bahnbrechende technische und politische Innovationen die Energiewende mit Photovoltaik und die Windkraft angestoßen haben, hemmen verantwortungslos Regierende den Fortschritt“, sagt er. Deutschland könnte alle AKW in Deutschland schnellstens abschalten, erklärt Kamm mit Blick auf den Atomausstieg bis 2021. Wenn Deutschland mit Energiesparen und Energieeffizienz ernst mache und gleichzeitig konsequent Photovoltaik und Windkraft ausbauen, dann könne es auch „mit großen Schritten aus der Kohle aussteigen“. Dafür fordert Kamm, keine Subventionen mehr für Kraftwerke zu zahlen und die Betreiber für die Folgekosten selbst aufkommen zu lassen. Damit wären die erneuerbaren Technologien nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch wettbewerbsfähig zu Atom, Gas Öl und Kohle.

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