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Unfallgefahr bei Wartung und Reinigung von Biogasanlagen

Jan

27

2011

Steht eine Wartung oder Instandsetzung einer Biogasanlage an oder muss der Fermenter gereinigt werden, steigt die Unfallgefahr bei fehlerhafter Bedienung drastisch. Immer, wenn Abdeckungen, Folien oder Ventile geöffnet oder aber Löcher gebohrt werden, muss mit entzündlich austretenden Gasen gerechnet werden. Dann reicht meistens ein kleiner Funke durch eine elektrische Anlage und es könnte zu einer Explosion kommen. Wird bei der Fermenterreinigung und dem Absenken des Flüssigkeitsspiegels der freie Gülleüberlauf einer Biogasanlage nicht fachgerecht verschlossen, kann es zu einer plötzlichen Verpuffung kommen. Das belegt die mutmaßliche Ursache bei einem schweren Unfall auf einer Biogasanlage, bei dem kürzlich ein Mensch schwer und ein anderer leicht verletzt worden ist. Freie Gülleüberläufe an Biogasanlagen müssen bei Wartungsarbeiten gasdicht verschlossen werden - am besten mit einem Schieber oder aber mit geeigneten Absperr- bzw. Gummiblasen. Bauartbedingt gibt es hier keine Patentlösungen. Die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften warnen eindringlich:

  • Keine dauerhaften Zündquellen wie Schaltanlagen in Räumen mit Gasgefahren und Gülletechnik
  • Ex-geschützte Ausführung der Elektroinstallation, wenn Risiken nicht beseitigt werden können
  • Schaltkästen lassen sich nicht einfach stromlos schalten, deshalb muss die Steuerung raus aus dem Gefahrenbereich
  • Gülleleitungen, die bei Wartungsarbeiten zu Gasleitungen werden, müssen mit einem Schieber ausgestattet oder mit geeigneten Absperr- / Gummiblasen gasdicht verschlossen werden
  • Keine reine Belüftung, sondern geeignete Zu- und Abluftöffnungen in den Räumen

Quelle: Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV)

Quelle

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