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Recyclingverbände wenden sich wegen Chinas Importverbot an die Politik

Sep

05

2017

Die internationalen und europäischen Recyclingdachverbände BIR und EuRIC haben vergangene Woche Stellungnahmen an das chinesische Umweltministerium gerichtet. Darin weisen sie auf die möglichen negativen Auswirkungen der geplanten Einfuhrbeschränkungen Chinas für Abfälle auf die weltweite Kreislaufwirtschaft hin und bitten um Klärung zahlreicher offener Fragen. Auch die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV), Mitglied des BIR als auch EuRICs, ist „in großer Sorge“ über die Maßnahmen Chinas. „Sie bringen den internationalen Handel mit Sekundärrohstoffen in ein erhebliches Ungleichgewicht und tangieren folglich auch die deutschen Stahlrecyclingbetriebe“, warnte der Verband letzte Woche in Schreiben an die Bundesministerinnen für Wirtschaft und für Umwelt, Brigitte Zypries und Barbara Hendricks (beide SPD). Dabei wurden auch die Stellungnahmen der beiden internationalen Dachverbände übermittelt. Die beabsichtigten extrem niedrigen Grenzwerte für Sekundärrohstoffe, die nach China geliefert werden, seien nach einhelliger Meinung von Experten nicht einhaltbar, so die BDSV in den Schrei ben. Der Verband bat Zypries und Hendricks, sich im Sinne der Argumente des BIR und EuRICs ebenfalls für die Aufrechterhaltung des internationalen Handels mit Sekundärrohstoffen einzusetzen. Den vollständigen Bericht über die Stellungnahme des BIR, von EURIC und BDSV können Sie in unserem aktuellen E-Paper lesen: Internationale Recyclingverbände bitten China um Klärung zahlreicher offener Fragen

Auch der US-amerikanische Recyclingverband ISRI erwartet, dass die geplanten chinesischen Importbeschränkungen für Abfälle sowohl chinesische als auch internationale Recyclingunternehmen finanziell schädigen werden. In einer Stellungnahme an das chinesische Umweltministerium bekräftigte der Verband seine Warnung, dass die vom chinesischen Staatsrat Ende Juli bekannt gegebene Absicht, die Einfuhr von „Abfällen, die durch Ressourcen aus den Inland ersetzt werden können", schrittweise zum Jahresende 2019 zu beenden, potenziell verheerende Folgen für die Recyclingwirtschaft in den USA und weltweit hätte. Der Verband kritisierte auch die Informationspolitik Chinas: „Die fehlende Transparenz seitens der chinesischen Regierung hat wachsende Spekulation auf den Rohstoffmärkten ausgelöst und Panik in den Teilen der Recyclingindustrie, die auf die betroffenen Rohstoffströme spezialisiert sind." Der einzige Grund für die chinesischen Pläne sei der Schutz der eigenen Recyclingindustrie, so ISRI. Den vollständigen Bericht über die ISRI-Stellungnahme können Sie in unserem aktuellen E-Paper lesen: ISRI drängt auf Klärung, welche Materialien chinesischem Importverbot unterliegen

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