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Münster – Rheinland. „Ende Gelände“ auch für den LWL

Nov

12

2017

Im Rahmen der vielfältigen Protestaktionen parallel zur aktuell stattfindenden Internationalen Klimakonferenz (COP 23) in Bonn wurde auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kritisiert. Bei der aufsehenerregenden Aktion Zivilen Ungehorsams „Ende Gelände“ am letzten Sonntag (05.11.2017) im Rheinland wurde neben dem Kohlekonzern RWE auch der LWL für seine klimaschädliche Politik angeklagt. Die Klimaschutzgruppe „Fossil Free Münster“ trug ein Banner in die Grube, das die Beteiligung des LWL an RWE anprangerte.

Seit ca. zwei Jahren setzt sich „Fossil Free Münster“ dafür ein, dass der LWL seine 6,6 Mio. RWE-Aktien verkauft und verbindliche ethisch-ökologische Anlagerichtlinien festlegt (sog. Divestment). Die Gruppe führte in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit Entscheidungsträger*innen der verschiedenen im LWL vertretenen Parteien. Jedoch zeigten dabei vor allem die Parteien der Großen Koalition SPD und CDU bislang wenig Kooperationsbereitschaft. Mit dem Banner, welches die Gruppe provokant vor dem Bagger platzierte, erhöht die Gruppe nun den öffentlichen Druck auf den Verband. „Genug abgewartet.“, so Fossil Free Münster-Aktivist Gustav von Blanckenburg, „Hier an diesem Ort der Zerstörung auf Kosten nachfolgender Generationen nehmen wir den Kohleausstieg selbst in die Hand und fordern dabei: Der LWL darf diese Zerstörung von Land und Klima nicht weiter unterstützen und muss sich klar für eine klimafreundliche und gerechte Zukunft positionieren – auch mit seinen Finanzanlagen.“

Hintergrund:
Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hatte am Sonntag, kurz vor Beginn der Internationalen Klimakonferenz (COP 23) in Bonn, mit ca. 4500 Menschen mehrere Bagger der Braunkohle-Grube Hambach im Rheinland lahmgelegt. Lokal engagierte und international angereiste Menschen forderten dabei lautstark und friedlich den sofortigen Ausstieg aus der zerstörerischen Braunkohle. Der Energiekonzern RWE ist der größte CO2-Emmitent Europas und trägt damit maßgeblich zur Verschärfung der Klimakrise bei. Angesichts der unzureichenden Maßnahmen die auf den bisherigen COPs beschlossen wurden, wird vermehrt ein beispielhaftes Vorangehen lokaler und kommunaler politischer Institutionen gefordert.


Die Kampagne „Fossil Free“ vertritt hierbei den Ansatz, mithilfe des sogenannten „Divestments“, also des Einsatzes von Finanzanlagerichtlinien, die die Beteiligung an Kohle, Öl und Gas ausschließen. So soll der fossilen Industrie das Geld und die öffentliche Legitimation entzogen werden. Ein großer Erfolg der Kampagne in NRW war zuletzt gewesen, dass zahlreiche Beteiligungsgesellschaften am Konzern RWE aufgelöst wurden, sodass viele Kommunen und auch der LWL Anfang 2018 wieder frei über ihre RWE-Aktien verfügen können. Ein Verkauf der Aktien ist so erheblich vereinfacht worden.

Quelle: Fossil Free Münster

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