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Internationale Jugendklimakonferenz in Lauterbach

Okt

23

2015

Strom aus Fahrrad-Kraft, nachhaltige Handytaschen und eine klare Haltung: Bei der internationalen Jugendklimakonferenz im Vogelsberg haben 150 Jugendliche den Umweltschutz in den Mittelpunkt gerückt. Im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz in Paris trafen sich 150 Jugendliche aus sieben Ländern zur Jugendklimakonferenz im hessischen Lauterbach. An zwei Tagen diskutierten sie über die Folgen der Klimaveränderung, ihre eigenen Einflussmöglichkeiten und welche Vorschläge sie der Weltgemeinschaft mit auf den Weg geben wollen. Am Ende der Konferenz packten sie ein „Päckchen für Paris“.

„Wissen, was ich für den Erhalt der Erde tun kann.“

Der Gedanke, dass Gott den Menschen die Erde anvertraut hat, damit sie diese zum Wohle des Menschen gestalten und bewahren, lenkte die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf ihr eigenes Verhalten. Im Eröffnungsgottesdienst stand die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt. Die 15-jährige Luisa aus Lauterbach brachte es auf den Punkt: „Ich bin bei der Jugendklimakonferenz, weil ich wissen will, was ich für den Erhalt unserer Erde tun kann. Denn ich lebe ja noch länger in dieser Welt und wenn ich Kinder habe, diese auch“.

Mindesthaltbarkeitsdatum wörtlich nehmen

Recycling, Nachhaltig wirtschaften, Ernährungsfragen, Wasser, nachhaltiger Lifestyle – darum ging es in den Foren und Workshops beim internationalen Jugendklimagipfel. Die Jugendlichen diskutierten mit Politikern und Fachleuten.

Zum Beispiel sprachen die Jugendlichen im Forum Ernährung über Möglichkeiten, weniger Lebensmittel zu verschwenden und wegzuwerfen. Für 90 Prozent der Konferenzteilnehmenden ist das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln kein Kriterium mehr dafür, ob Lebensmittel verdorben sind. Sie testen sie lieber mit ihrem eigenen Seh-, Geruchs- und Geschmackssinn.

Referenten geben Jugendlichen Tipps nachhaltig zu denken und zu leben

Zu den Referenten gehörte unter anderem Bundestagsabgeordneter Martin Rabanus aus dem Rheingau Taunus Kreis. Von ihm erfuhren die Jugendlichen, dass der Supergau im Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 sein Schlüsselerlebnis war, um sich für einen Ausstieg aus der Atomenergie und den Einstieg in die Erneuerbaren Energien stark zu machen.

Christoph von Carlowitz vom Vorstandsstab der GLS Bank, einer Genossenschaftsbank, ermutigte die Teilnehmenden, bei Banken nachzufragen, was diese mit dem Geld ihrer Kundinnen und Kunden tun und ob sie es in nachhaltige soziale und ökologische Projekte investieren.

Der Pflanzenkundler Jürgen Feder nahm sie mit auf eine Exkursion, um die Pflanzen in der Umgebung zu erforschen. Persönlich will er in seinem Leben möglichst wenig Spuren auf der Erde hinterlassen und seinen Verbrauch so gering wie möglich halten. Er duscht sparsam, heizt von Dezember bis Februar und trägt seine Kleider solange auf, bis sie auseinanderfallen.

Eigenen Konsum überprüfen

Die jüngeren Gäste des Jugendklimagipfels erprobten Nachhaltigkeit beim Bummel über den Markt der Möglichkeiten. Mit ihrer Muskelkraft beim Fahrradfahren brachten sie eine Musikanlage ganz ohne Strom aus der Steckdose zum Laufen, nähten sich Handytaschen aus alten Jeans oder schätzen den Wasserverbrauch bei der Produktion ihres beliebtesten T-Shirts.

Päckchen für Paris: Den Wohlstand mit anderen teilen

Im „Päckchen“ für Paris landeten Windräder, seltene Pflanzen, Wasser, selbstgemachte Kleidung und ein halbes Brot als Symbol dafür, dass die Jugendlichen ihren Wohlstand mit anderen teilen wollen.

Die Jugendlichen fordern verbindlichere Maßnahmen zum Schutz der Meere und der Artenvielfalt, Zugang zu kostenlosem Trinkwasser für alle Menschen, aber auch weniger Abholzung von Wäldern und stärkere Wiederaufforstung sowie keine Tierversuche für Kosmetikherstellung.

Besonders aber wünschen sie sich ein vorausschauendes Handeln von Politikern. Denn jeder Eingriff in die Natur und das Ökosystem habe unvorhersehbare Auswirkungen.

Die Evangelische Jugend Vogelsberg, Organisatorin der Jugendklimakonferenz, wird diese Vorschläge und Wünsche zur Weltklimakonferenz nach Paris schicken.

Quelle: Bericht Evangesliche Kirche Hessen-Nassau

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