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ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Für ein neues Verständnis von Wissenschaftskommunikation – Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Deutschen Bundestages unter Beteiligung des Ecornet

Okt

21

2015

Beim öffentlichen Fachgespräch „Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ im...

Thomas Korbun sprach bei dem Öffentlichen Fachgespräch stellvertretend für die acht Pionierinstitute der Nachhaltigkeitsforschung, die sich zum „Ecological Research Network“ – Ecornet zusammengeschlossen haben. Zu ihnen gehört auch das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. Korbun, zugleich wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW, wies darauf hin, dass es mit den transdisziplinären Forschungsprojekten, wie sie etwa im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung des Bundesforschungsministeriums erfolgen, bereits „Orte“ für einen produktiven Austausch von  Wissenschaft und Gesellschaft gebe.

Korbun machte deutlich, dass die Erfahrungen aus den Projekten besondere Potenziale für die Entwicklung neuer Formen der Wissenschaftskommunikation anbieten. „Bestehende Initiativen in Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Forschungsförderung sowie methodische Arbeiten müssten weiter gestärkt werden. Denn dieses neue Verständnis von der Rolle der Kommunikation ist in der Wissenschaft noch nicht angekommen“, sagte Korbun.

Partizipative Formate für Austausch und gemeinsames Lernen

Diese Auffassung teilte auch Sachverständige Steffi Ober, Projektleiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende. Ober forderte, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft so zu gestalten, dass sie „Widerspruch erzeugt, die Auseinandersetzung fördert, Gestaltungsräume öffnet“. Dafür seien konkrete Räume und Formate notwendig, die den Austausch und gemeinsames Lernen ermöglichen.

Korbun, Ober und die weiteren Sachverständigen stimmten grundsätzlich darin überein, dass die Wissenschaftskommunikation nicht mehr nur aus der Perspektive „Wissenschaft informiert Gesellschaft“ gedacht werden dürfe, sondern auch partizipative Formate nötig seien. Wie weit Bürgerinnen und Bürger sowie zivilgesellschaftliche Organisationen Forschungsagenden allerdings mitgestalten sollen, wurde von den Sachverständigen unterschiedlich bewertet.

Kommunikation für gemeinsame Lernprozesse von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik

Thomas Jahn, Sprecher der Institutsleitung des ISOE, begrüßt die Diskussion um die Rolle der Wissenschaftskommunikation. „Wissenschaftskommunikation ist eine zentrale Aufgabe der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung, diese geht deutlich über das herkömmliche Verständnis von Wissenschaftskommunikation hinaus: Sie vermeidet Einbahnstraßenkommunikation, zeichnet ein ausgewogenes und nachvollziehbares Bild des wissenschaftlichen Kenntnisstandes und unterstützt durch ihre Dialogorientierung gemeinsame Lernprozesse von Wissenschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit.“ Und schließlich müsse man angesichts veränderter Kommunikationsmuster (Digitalisierung, Mobilisierung) und eines grundlegenden Wandels unseres Mediensystems über geeignete Räume, Formate und Kanäle des Dialogs zwischen Wissenschaft, Gesllschaft und Politik reden, sagt Jahn.

Unter folgenden Links finden Sie weiterführende Informationen zum Öffentlichen Fachgespräch zum Thema „Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“

Mehr über Ecornet: http://www.ecornet.eu/ecornet-home.html

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