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EEG-Ausnahmen für Industrie treiben Stromkosten für Verbraucher

Jun

05

2012

Die Stromkosten für die deutschen Verbraucher in Deutschland steigen weiter an, weil die erneuerbaren Energien die Strompreise an der Börse immer stärker sinken lassen. Der politisch vorgegebene Mechanismus zur Vermarktung des EEG-Stroms führt derzeit im Ergebnis dazu, dass sich fallende Strompreise nur für den Stromeinkäufer an der Börse positiv auswirken. Dem Verbraucher kommt der Preisrückgang an der Strombörse nicht zu Gute, sondern löst genau das Gegenteil aus: Je niedriger die Börsen-Strompreise, umso höher steigt die EEG-Umlage und damit die Belastung für die Stromkunden.

„Es ist schlichtweg falsch, steigende Energiekosten für private Verbraucher allein den Erneuerbaren Energien anzulasten. Wahr ist: Die Bundesregierung sorgt dafür, dass die Kosten für den notwendigen Umbau unserer Energieversorgung auf immer weniger Schultern verteilt werden. Denn sie befreit weite Teile der Industrie von den Kosten der Energiewende. Immer mehr Unternehmen müssen sich weder an den Kosten für den Ausbau Erneuerbarer Energien, noch an den Kosten für den notwendigen Umbau der Stromnetze beteiligen – zu Lasten der privaten Stromkunden und der vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen“, so BEE-Präsident Dietmar Schütz.

"Wenn der starke Preisverfall an der Strombörse in diesem Jahr so weiter geht, rechnen wir mit einer Mehrbelastung für die Verbraucher von bis zu 1 Mrd. Euro. Und das nur deshalb, weil die erneuerbaren Energien die Börsen-Strompreise kräftig senken", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. "Das ist schon paradox", so Allnoch. Der gesamte Mechanismus zur Vermarktung des Ökostroms an der Börse gehört nach Ansicht des IWR deshalb auf den Prüfstand. Allnoch: "Es kann nicht sein, dass die Stromverbraucher wegen fallender Börsen-Strompreise bestraft werden und dafür am Ende über eine höhere EEG-Umlage teuer bezahlen müssen."

Dietmar Schütz fügt hinzu: „Die Erneuerbaren Energien senken zum Vorteil der Industrie messbar den Strompreis an der Leipziger Strombörse. Wegen niedriger Grenzkosten verdrängt der Strom aus regenerativen Quellen an der Strombörse zunehmend den teuer erzeugten konventionellen Strom („Merit-Order-Effekt“). Gleichzeitig sorgen die preissenkenden Effekte der Erneuerbaren Energien dafür, dass der zeitweilige Einsatz teurer fossiler Kraftwerke keine Preisexplosion an der Börse auslöst. Während die deutsche Industrie allein durch diesen Effekt 2010 um rund 1,2 Milliarden Euro entlastet wurde, blieben privaten Verbrauchern auch diese Vorteile verwehrt.“

Die Börsen-Strompreise in Deutschland sind nach einer IWR-Auswertung der Daten an der Strombörse in den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 trotz der im letzten Jahr stillgelegten Atomkraftwerke kräftig gefallen. Von Januar bis Mai 2012 sank der Basispreis am Spotmarkt der Strombörse in Leipzig im Durchschnitt auf 4,37 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das sind 17,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2011: 5,28 ct/kWh). Ursache für die drastisch gesunkenen Börsen-Strompreise ist der kräftig steigende Anteil erneuerbarer Energien, der an der Börse verkauft wird.

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