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Duale Systeme: Lizenzierungsgrad inakzeptabel

Sep

21

2017

Die Wirtschaft kommt ihren Pflichten bei der Verpackungsentsorgung in weiten Teilen nicht nach. Nach wie vor werden erhebliche Verpackungsmengen nicht bei den dualen Systemen lizenziert. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Mainzer Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM) im Auftrag der BHIM Zentrale Wertstoffstelle Projekt GmbH, der Vorgänger der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister in Osnabrück. Den Zahlen zufolge umfasst die Lücke im Jahr 2016 rund 2,3 Mio Tonnen Verpackungen. Davon entfielen 861.000 Tonnen auf Leichtverpackungen (LVP) und 1,3 Mio Tonnen auf Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (PPK). Damit beträgt der Unterlizenzierungsgrad bei LVP 34 Prozent und bei PPK 45 Prozent. Das Maß der Unterlizenzierung sei damit "noch immer in einem nicht akzeptablen Bereich", kommentierte die Stiftung. Zwar hätten die 6. und 7. Novelle der Verpackungsverordnung und die Anpassung der Clearingverträge zu einer deutlichen Stabilisierung der Lizenzierung von Verpackungen beigetragen. Die Werte zeigten aber, dass immer noch eine gravierende Wettbewerbsverzerrung im Markt vorhanden sei. Der Beteiligungsgrad sei immer noch unbefriedigend, schreibt GVM in der Studie. Unter anderem wurde von GVM untersucht, wer für die Unterlizenzierung verantwortlich ist. Ergebnis: Insbesondere bei LVP tragen die Hersteller mit 61 Prozent durch Teilmengenlizenzierung zur Unterlizenzierung bei. Auf dem zweiten Platz folgen bereits mit 25 Prozent die Systembetreiber und Makler, die Mengen „wegdefinieren“. Weitere 14 Prozent seien Verweigerer und „Pro-Forma-Lizenzierer“, letztere meldeten nur eine symbolische Menge bei dualen Systemen an. GVM macht auch Vorschläge, wie die Beteiligung an dualen Systemen gestärkt werden kann: „Eine präzise Festlegung des Umfangs der Beteiligungspflicht durch die Zentrale Stelle ist mit weitem Abstand die wichtigste Maßnahme.“ EUWID Recycling und Entsorgung erscheint jeden Mittwoch als Printausgabe. Premium-Abonnenten können die aktuelle Ausgabe bereits ab Dienstag 14.00 Uhr als E-Paper lesen.

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