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Bio-Wein: „Der Rebstock lernt kämpfen“

Okt

23

2015

Ich habe es versucht. Aber in diesem Leben wird wohl kein Teetrinker mehr aus mir. Egal, wie nasskalt es draußen ist, eine Tasse Tee und die dazugehörigen Rituale machen mich nicht froh. Da schon eher ein Glas Wein. Das mag auch daran liegen, dass der Nebel, wenn ich aus dem Haus schaue, über Weingärten zieht. Und dass es bei uns ambitionierte Bio-Winzer wie Alexander Koppitsch (Bild) gibt, die tolle Weine machen. Lerneffekt der Weinkost: Die Kräutertees, mit denen Biowinzer ihre Weingärten fit halten, helfen auch im Garten.

Dunkle Beerenfrucht, dazu feine Kräuterwürze, etwas Kirsche-Mandarine – und dann rassige, lebendige Säure. Das alles steckt in einem Schluck von Alexander Koppitsch’ St. Laurent Neuberg 2012. Nach einigen Jahren als Kellermeister in einem Pannobile-Betrieb startete der Neusiedler Winzer 2011 mit den Weingärten der Eltern, unterstützt von Partnerin Maria Strohmayer, ein eigenes kleines, aber feines Weingut.

Mehr Terroir
Oberstes Credo dabei: Weg von der konventionellen Bewirtschaftung – hin zum naturnahen Weinbau. Warum eigentlich Bio? „Zum einen, weil der Wein anders, für meinen Geschmack besser wird“, erklärt Alex Koppitsch. „Wir haben nie Kunstdünger verwendet, daher ist der Weingarten viel vitaler. Der Rebstock lernt kämpfen, die Wurzeln gehen tiefer. Der Wein wird dadurch vielschichtiger, terroirbetonter. Und schmeckt nicht jedes Jahr gleich, weil kein Jahr gleich ist.“ Auch im Keller verwendet er keinerlei künstliche Zusätze. Alles wird ausschließlich spontan und ohne Temperatursteuerung vergoren. Naturnaher Weinbau ist aber nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Lebensphilosophie. „Ich gehe gerne mit meinen Kindern durch den Weingarten und will nicht, dass wir da durch eine Dunstglocke aus Chemikalien spazieren.“

Tipps für Gärtner
Beim „Spritzen“, das teilweise per pedes mit der „Buckl-Spritzn“ und nicht mit dem Traktor erledigt wird, arbeitet er hauptsächlich mit 3 Teesorten – diese passen übrigens auch für Gärtner: Brennesseltee wirkt, ähnlich einem Dünger, stärkend und stimulierend. Kamillentee beruhigt die Pflanzen, etwa bei Trockenstress und Hagel. Tee Nummer 3, Ackerschachtelhalm, wirkt austrocknend und schützt gegen Pilzbefall. „Mit diesen Tees arbeite ich auch in unserem Garten und im Gemüsegarten“, erklärt der Winzer. „Und beim Spritzen im Weingarten brauche ich keine Atemschutzmaske, sondern kann einen Schluck Tee aus dem Spritztank trinken, wenn ich Durst habe.“ Besser als Tee schmecken seine Weine, etwa der auch international gefeierte Chardonnay Neuberg oder der Zweigelt DAC. Heuer hat er erstmals einen „gemischten Satz“ geerntet, den er – ebenso wie seinen Welschriesling – zu Orange Wine ausbauen wird. Ein guter Grund, sich auf den Herbst 2016 zu freuen: Da wird es bei Alex Koppitsch auch diese Weine zu kosten geben.

>> weitere Infos

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